Projekt "Null-Emissions-Stadt - Zero Emission City" des IWU

Kurzbeschreibung

Das Bundesforschungsministerium möchte mit seinem Forschungsprogramm "Bauen und Wohnen" grundlegendes Orientierungswissen für innovative Wege und Modelle für das Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert entwickeln. In diesem Zusammenhang soll der Gedanke der "Null-Emissions-Stadt" aufgegriffen und seine Tragfähigkeit für innovative Handlungsmodelle forschungsstrategisch überprüft werden.

In einer Sondierungsstudie sollen die Forschungspotenziale und die forschungspolitischen und praktischen Herausforderungen, die in der Vision "Null-Emissions-Stadt" enthalten sind, analysiert und bewertet werden. In einem weiteren Schritt soll ein Experten-Workshop durchgeführt werden, bei dem diese konzeptionelle Studie die Arbeits- und Diskussionsgrundlage darstellt.

Die Ergebnisse des Workshops werden zusammen mit der Studie so aufgearbeitet, dass sie dem BMBF für das Thema "Null-Emissions-Stadt" als Basis für die Benennung und Ausschreibung von potenziellen Forschungsfragen, Forschungsfeldern oder Forschungsstrategien genutzt werden können, so dass ein zukunftsweisender Forschungsprozess gestaltet werden kann.

Den genauen Ablauf des Forschungsprojekts können Sie der ausführlichen Projektbeschreibung entnehmen.

Das IWU arbeitet in diesem Projekt mit dem ZIV - Zentrum für integrierte Verkehrssysteme an der Technischen Universität Darmstadt (www.ziv.de) zusammen.

4 Thesen für die Internetdiskussion - Ihre Meinung ist gefragt!

Was ist Ihre Meinung zu den nachfolgenden Thesen? Können Sie diesen Thesen zustimmen, lehnen Sie sie ab? Oder möchten Sie sonstige Kommentare zum Thema "Null-Emissions-Stadt" an uns senden? Wir freuen uns über Ihre Zuschriften: nullemissionsstadt(at)iwu(dot)de.

These 1: Die Null-Emissions-Stadt ist die Null-Emissions-Stadtregion

Wenn Städte als Hauptlebensraum des Menschen und als Zentren politischer, ökonomischer und kultureller Gestaltung die Zentren menschlicher Tätigkeiten schlechthin sind und Emissionen immer eine Begleiterscheinung menschlicher Tätigkeiten sind, dann können Städte nicht emissionsfrei gestaltet werden. Das heißt, das Ziel Null-Emissionen ist nur in einem Stadt-Umland-Beziehungsgefüge realisierbar.

These 2: Eine Null-Emissions-Stadt braucht lokale und regionale Kreislaufwirtschaftsprozesse

Kreislaufwirtschaft ist die Umgangsform mit Gütern, die praktiziert werden muss, um das Ziel Null-Emissionen erreichen zu können. Deshalb sind im Handlungsfeld Industrie und Gewerbe sowohl eine Neubewertung der industriellen Funktionen durch das Prinzip Kreislaufwirtschaft als auch Änderungen in der vorherrschenden Unternehmensstrategie und Unternehmenskultur notwendig.

These 3: Eine Null-Emissions-Stadt benötigt eine solare Energieversorgung bei sehr weit gesenktem Energiebedarf

Energie kann prinzipiell nicht aus Kreislaufprozessen gewonnen werden. Eine emissionsarme Energieversorgung kann deshalb nur solar (solar direkt, Wind, Biomasse, usw.) sein. Auch eine solare Energieversorgung benötigt Ressourcen und verursacht Emissionen (Flächenbedarf, Herstellung, usw.). Deshalb muß der Energiebedarf sehr gering sein.

These 4: Die Siedlungsstruktur ist von entscheidender Bedeutung

Wenn das Ziel Null-Emissions-Stadt an eine bestimmte Siedlungsform gebunden ist, nämlich an die kompakte, funktionsgemischte Stadt, und die Entwicklung zur Zeit "offensichtlich" in eine andere Richtung verläuft, dann gewinnt die Auseinandersetzung um die Siedlungsstruktur eine herausragende Rolle.

Dokumente

Endbericht des Forschungsprojekts (2,12 MB)
Thesenpapier für die erste interdisziplinäre Diskussionsrunde am 06.11.2001
Protokoll zur ersten Diskussionsrunde
Thesenpapier für die zweite interdisziplinäre Diskussionsrunde am 23.01.2002
Protokoll zur zweiten Diskussionsrunde
Thesenpapier für die dritte interdisziplinäre Diskussionsrunde am 16.04.2002

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