Transitionsgestaltung für nachhaltige Innovationen – Initiativen in den kommunal geprägten Handlungsfeldern Energie, Wasser, Bauen & Wohnen (TransNIK)

Ausgangslage

Die anhaltenden Nachhaltigkeitsherausforderungen unserer Gesellschaft – sei es hinsichtlich des Energie- und Ressourcenverbrauchs oder der sozialen Gerechtigkeit – illustrieren die Notwendigkeit einer großen gesellschaftlichen Transformation, um entsprechend der Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands „eine tragfähige und gerechte Balance zwischen den Bedürfnissen der heutigen Generation und den Lebensperspektiven künftiger Generationen“ zu erreichen (Bundesregierung , 2012, p. 18; WBGU, 2011). Das Konzept der Green Economy zielt auf eine Wirtschaftsweise, die „kohlenstoffarm, ressourceneffizient und sozial inklusiv“ ist.  Aus Makrosicht beginnt eine gesellschaftliche Transformation oftmals in Nischen, die nach und nach wachsen, bis sie in der Lage sind ein bestehendes Regime zu ersetzen bzw. zu modifizieren und eine Systemtransformation herbeizuführen. Damit neue soziotechnische Praktiken in Nischen wachsen und sich verbreiten können, ist ein erfolgreiches Zusammenspiel von Veränderungen auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Bereichen nötig. Neben neuen Technologien sind Veränderungen vorherrschender ökonomischer, sozialer und politischer Institutionen und Praktiken erforderlich, um verantwortliches, nachhaltiges Verhalten und Engagement der verschiedenen gesellschaftlichen Akteure zu ermöglichen und zu unterstützen sowie veränderte Kreisläufe und Nutzungsmuster von Ressourcen und Gütern zu erreichen.

Ziele

In TransNIK soll erarbeitet werden, welche Faktoren für die Entstehung konkreter Ansätze, die zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise beitragen, maßgeblich sind und wo Hemmnisse für eine weitere Verbreitung liegen. Der Fokus liegt auf Ansätzen, die organisatorische und technische Strukturen sowie Produktions- und Nutzungsmuster in den drei folgenden Handlungsfeldern verändern: Energieversorgung, Wasserver- und abwasserentsorgung sowie Bauen und Wohnen. Die Analyse verfolgt zwei Hauptziele: (1) die Ableitung von Handlungsempfehlungen für verschiedene Transitionsakteure, (2) die Beantwortung der Frage, wann Nischenansätze das Potenzial haben, das Gesamtsystem in einer nachhaltigen Art und Weise zu verändern. Das IWU ist verantwortlich für das Handlungsfeld Bauen & Wohnen und untersucht als innovativen Ansatz die Etablierung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten (Planung, Umsetzung, Nutzung), die sich u.a. an ältere Menschen am Ende ihrer Erwerbsphase richten. Über den gesamten Prozess sind Praxispartner eingebunden.

Vorgehen

  • Erarbeitung eines Überblicks über Nischenentwicklungen im Bereich gemeinschaftlicher Wohnprojekte
  • Ausdifferenzierung und Operationalisierung der „Multi Level Perspective“ als übergreifendem Analyserahmen
  • Analyse der beteiligten Akteure aus Nische und Regime
  • Festlegung von Auswahlkriterien und Auswahl von (max. 10) Fallbeispielen (in Zusammenarbeit mit Praxispartnern)
  • Durchführung von Leitfadeninterviews mit Vorständen der Wohnprojekte und ausgewählten Akteuren des Regimes
  • Auswertung anhand des übergreifenden Analyserahmens
  • Erarbeitung des Potenzials und der Anforderungen integrierter Lösungen (Synthese der drei Fallstudien)
  • Ableitung von Politikempfehlungen

Berichte zum Download

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Kontakt
Dr. Ina Renz
Tel. 06151 - 2904-79
E-Mail i.renz@iwu.de

Bearbeitungszeitraum
Mai 2015 bis April 2018

Auftraggeber
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Partner
Fraunhofer ISI (Koordinator)
Leuphana Uni Lüneburg: Professur für Nachhaltigkeit und Politik
Mind. 12 Praxispartner

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