Übersichtsstudie "Biologische Vielfalt und Städte"

Ausgangslage

Vom 19. bis zum 30. Mai 2008 findet in Bonn die 9. Vertragsstaatenkonferenz (COP9) zur UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD = Convention on Biological Diversity) statt. Die Konferenz wird unter deutschem Vorsitz durchgeführt und rund 5.000 TeilnehmerInnen aus den über 185 Vertragsstaaten der Konvention werden diese Konferenz besuchen. Die Vertragsstaatenkonferenz bildet das höchste politische Gremium der Konvention und findet alle zwei Jahre statt.

In den letzten Jahren hat sich eine Diskussion entwickelt, in der immer wieder darauf hingewiesen worden ist, dass städtische Räume in der Konvention über die biologische Vielfalt einer stärkeren Beachtung bedürfen (siehe z. B. Kompetenznetzwerk Stadtökologie CONTUREC). Im Gegensatz zu anderen Ökosystemen  sind Umsetzungsbemühungen im Rahmen der CBD in urbanen Räumen noch wenig vorangeschritten. Städte nehmen aber für die Sicherung der biologischen Vielfalt eine wichtige Rolle ein. Städte sind nicht nur Hauptverursacher für den Rückgang biologischer Vielfalt, sondern sie sind eigenständige Landschaftsräume mit spezifischen ökologischen Bedingungen und damit auch mit einer spezifischen Artenausstattung und seit 2007 lebt mehr als die Hälfte der Menschheit in Städten. COP 9 bietet auf Grund der durch verschiedene Länder und durch den Exekutivsekretär der CBD, Dr. Ahmed Djoghlaf, angestoßenen Diskussion über die Rolle der urbanen Räume eine günstige Ausgangssituation, um für die Weiterentwicklung und Umsetzung der CBD neue Impulse setzen zu können. Allerdings fehlt zurzeit für die politische und fachliche Diskussion eine qualifizierte Übersicht über den Stand des Wissens in Bezug auf die Rolle urbaner Räume für den Erhalt und die Sicherung der biologischen Vielfalt.

Ziele

Mit der Übersichtsstudie "Biologische Vielfalt und Städte" soll sowohl für die internationale 3. CONTUREC-Tagung als auch für COP 9 eine fachliche Basis zur Verfügung gestellt werden, um Impulse auf den Diskussionsprozess zum Thema Erhalt und die Sicherung der biologischen Vielfalt in Städten ausüben zu können. Die in deutscher und englischer Sprache publizierte Studie soll gleichzeitig ein Beitrag für die weitere Unterstützung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt sein.
 

Vorgehen

Auf der Basis von internationalen Literaturanalysen und Recherchen sowie unter Ausnutzung des vorhandenen Erfahrungswissens (u. a. des Kompetenznetzwerkes Stadtökologie CONTUREC) und ergänzt um gezielte Fachgespräche mit nationalen und internationalen Experten werden folgende Hauptthemen bearbeitet: Städte als Orte biologischer Vielfalt, Beziehungen zwischen Stadtstrukturen und biologische Vielfalt, Auswirkungen von Stadtentwicklungen auf die biologische Vielfalt, biologische Vielfalt und Stadtbewohner, Lokale Aktionspläne zur biologischen Vielfalt.

Es werden jeweils der Stand des Wissens mit den Punkten Forschungsstand und -methoden, Erkenntnisse über Wechselwirkungen sowie vorliegende Bewertungen zum Verhältnis zwischen biologischer Vielfalt und Stadt dargestellt.

Bearbeitungszeitraum
November 2007 bis Mai 2008

Kontakt
Peter Werner
Tel. 06151 2904-39,
E-Mail p.werner(at)iwu(dot)de

Auftraggeber/Förderung
Bundesamt für Naturschutz

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