Wohnen

Im Forschungsbereich Wohnen werden folgende Arbeitsschwerpunkte bearbeitet:
» Wohnungsmarkt und Wohnungsversorgung
» Stadt und Umwelt

 

Wohnungsmarkt und Wohnungsversorgung

Durch die zunehmende regionale und sektorale Differenzierung der Wohnungsmärkte werden wohnungspolitische, wohnungswirtschaftliche und planerische Entscheidungen risikoreicher und sind mehr denn je auf solide Analysen angewiesen. Solche entscheidungsrelevanten Analysen stellen den Schwerpunkt der Aktivitäten des Forschungsbereiches Wohnen dar und betreffen die aktuelle Lage am Wohnungsmarkt sowie Prognosen zur künftigen Entwicklung des Wohnungsbedarfs und der Wohnungsnachfrage, Untersuchungen zur Wohnungsversorgung und die Erforschung der Wirkungen wohnungspolitischer Instrumente.

Insbesondere im Hinblick auf die Wohnungsmarktanalysen und -prognosen sind zunehmend kleinräumige Differenzierungen gefragt, da die Probleme der Stadterneuerung (Stichworte: soziale Stadt, Stadtumbau) an Gewicht gewinnen. Die Forschungsergebnisse dienen der Regionalplanung als Grundlage zur Festlegung des Siedlungsflächenbedarfs und den Kommunen als Grundlage für wohnungspolitische Konzepte und kommunale Entwicklungsplanungen. Bei den Wohnungsversorgungsanalysen rückt die Segregationsproblematik aufgrund der zunehmenden Auffächerung des Wohnungsangebots, der wachsenden Bedeutung des Marktes bei der Wohnungsversorgung und der zunehmenden sozialen Differenzierung stärker in den Vordergrund des wohnungspolitischen Interesses. Bei der Analyse wohnungspolitischer Instrumente nehmen nach der Föderalismusreform kommunale Instrumente einen größeren Stellenwert ein.

Daneben gewinnen Untersuchungen für Unternehmen der Wohnungswirtschaft an Bedeutung. Sie benötigen als Entscheidungshilfen Analysen ihrer Bewohnerstrukturen, Konzepte für die Vermietungspraxis, Instrumente zur Belegungssteuerung, Untersuchungen zur Wohnzufriedenheit sowie zu Ursachen der Fluktuation und des damit verbundenen Mietausfallrisikos. Diese Informationen können im Rahmen von repräsentativen Mieterbefragungen gewonnen werden.

Zudem erstellt das Institut seit vielen Jahren regelmäßig Mietspiegel. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Integration energetischer Differenzierungsmerkmale in Mietspiegel ("ökologischer Mietspiegel"). Neu hinzugekommen ist das Instrument des grundsicherungsrelevanten Mietspiegels, mit dem Landkreise und kreisfreie Städte die Angemessenheitsgrenzen der Kosten der Unterkunft nach dem SGB anhand der konkreten Verfügbarkeit von Wohnraum auf dem Wohnungsmarkt bestimmen können. 

Stadt und Umwelt

Wohnen und Leben in der Stadt befindet sich heute in einem intensiven Umbruch. Der demografische Wandel, die Integrationsanforderungen von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund, die Aktivitäten für eine „soziale Stadt“, neue Kooperationsstrukturen und „New Governance“ sowie eine  Stadtentwicklung und ein Stadtumbauprozess, die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen, bergen Herausforderungen für die Stadtentwicklung und haben besonders auf der Ebene von Stadtquartieren Auswirkungen auf die Lebensbedingungen von Menschen im alltäglichen Wohn- und Arbeitsumfeld. Nicht von ungefähr zielen städtebauliche Förderprogramme und Strategien zur Stadtentwicklung auf die Umgestaltung von einzelnen städtischen Teilräumen und Stadtquartieren ab, um diese zukunftsfähig zu halten.

Hier unterstützen wissenschaftliche Analysen und Auswertungen die fachliche und politische Diskussion über eine zukunftsfähige Umgestaltung von Stadtquartieren. Die Projekte spiegeln unterschiedliche Blickwinkel und Erfahrungsfelder wider, mit denen die Entwicklung von Stadtquartieren und die Bedingungen von Wohnen und Leben in der Stadt betrachtet werden. Sowohl verschiedene Maßstabsebenen wie Stadt, Quartier und Einzelobjekte als auch unterschiedliche Themenfelder wie Management- und politische Entscheidungsprozesse, Städte- und Wohnungsbau, Mobilität und Verkehr sowie Ökologie und deren Wechselwirkungen unter- und miteinander sind Gegenstand der Forschungstätigkeit. Die unterschiedlichen Blickwinkel und die vielschichtigen Erfahrungen erlauben es, neue Perspektiven in die einzelnen Forschungsaufgaben einzubringen und Zusammenhänge und Beziehungen wahrzunehmen, die neue und weitergehende Lösungsansätze ermöglichen.

 

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