Folgen des Klimawandels: Gebäude und Baupraxis in Deutschland - Beiträge zur nationalen Anpassungsstrategie

Ausgangslage

Mit dem Anfang 2007 vorgestellten 4. Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Chance sind sowohl die wissenschaftlichen Kenntnisse als auch die Folgen der bevorstehenden klimatischen Änderungen aktuell und umfassend dargestellt und der politischen Diskussion ausgesetzt worden. Die Bundesregierung hat auf Grundlage dieser Berichte und während der EU-Präsidentschaft in der ersten Hälfte des Jahres 2007 deutlich gemacht, dass zum einen weiterhin intensiv Maßnahmen zur Reduktion der klimawirksamen Emissionen anzustreben und umzusetzen sind und zum anderen Anpassungsstrategien entwickelt werden müssen, um den Folgen des Klimawandels begegnen zu können.

Die nationale Anpassungsstrategie geht davon aus, dass ein Klimawandel stattfindet und dass Strategien und Maßnahmen für die verschiedenen sektoralen Handlungsbereiche zu entwickeln sind, um Risiken für die Bevölkerung, volkswirtschaftlichen Schäden und sozialen Auswirkungen vorzubeugen. In Bereichen wie dem technischen Hochwasserschutz werden eine Reihe von Umsetzungsmaßnahmen bereits den zu erwartenden Klimaveränderungen angepasst, wogegen in der Bauvorsorge noch deutliche Defizite zu erkennen sind. Mit dem hier geplanten Vorhaben sollen entlang zentraler Fragestellungen ein erster Überblick über den Wissensstand gewonnen und mögliche Handlungsoptionen auf dem Gebiet der Bauvorsorge aufgezeigt werden.

 
Ziele

In diesem Vorhaben soll die Betroffenheit des Gebäudebereichs und der Baupraxis in Deutschland analysiert und ein diesbezüglicher Beitrag zum ersten Schritt der Anpassungsstrategie formuliert werden. Eine Übersicht über die derzeitige Problemlage bzw. über den Stand des Wissens und eine Aufstellung von prioritären Handlungsfeldern sollen als Ergebnis des Vorhabens vorgelegt werden.


Vorgehen

Zum Auftakt wurden die Rahmenbedingungen und Eckpunkte herausgearbeitet, die als Arbeitsgrundlagen dienen, um die oben genannten Fragestellungen, inwieweit der Gebäudebereich in Deutschland vom Klimawandel betroffen sein wird und welche Anpassungsstrategien zur Bauvorsorge notwendig sind, systematisch bearbeiten zu können. Dazu gehören die Auswertung von Klimaszenarien und die Benennung der wesentlich zu beachtenden Klimafaktoren, die Festlegung der wichtigsten potenziellen Effekte auf Gebäude und Gebäudeelemente und die Analyse der Bedeutung regionaler und standörtlicher Faktoren.

Die wesentlichen Arbeitsmethoden zur Bearbeitung der oben genannten Fragestellungen sind Literaturrecherchen und -analysen, Internetrecherchen und Interviews mit Fachpersonen vor allem aus den Bereichen Meteorologie, Architektur, Bauingenieurwesen und Handwerk.

Im Institut wurden eine Arbeitsgruppe und eine interdisziplinäre Diskussionsrunde eingerichtet, um das vorhandene Erfahrungswissen zu nutzen und eine breite Erschließung thematischer Zugänge zu gewährleisten, und darüber hinaus, um die Ergebnisse abzusichern und eine Verschränkung mit anderen sektoralen Handlungsfeldern zu ermöglichen.

 
Kontakt                                                                               
Peter Werner                                                                       
Tel. 06151‑2904-39, E-Mail p.werner(at)iwu(dot)de

Bearbeitungszeitraum
Anfang 2007 bis Februar 2008

Auftraggeber/Förderung
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

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