Modelle genossenschaftlichen Wohnens - Erschließen von Genossenschaftspotenzialen

Ausgangslage

Die Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften hat erhebliche Potenziale für ein attraktives und nachhaltiges Wohnen gerade für Haushalte mit Kindern, Alleinstehende, Alleinerziehende oder alte Menschen ermittelt. Genossenschaften, selbstverpflichtet auf die Prinzipien von Selbsthilfe, Selbstbestimmung und Selbstverwaltung, bieten preiswertes, spekulationsfreies und dauerhaftes Wohnen; darüber hinaus können sie einen Beitrag zur Quartiersentwicklung leisten sowie der privaten Altersvorsorge dienen. Im ExWoSt-Forschungsfeld werden an Hand von 22 Modellvorhaben verschiedene Wege zur Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Wohnens als dritte Säule zwischen dem Wohnen zur Miete und dem Wohneigentum aufgezeigt. Das hier untersuchte "generationenübergreifende Nachbarschaftsprojekt" der Bau- und Wohngenossenschaft WohnSinn eG erstellt ca. 30 Wohnungen im Geschosswohnungsbau. Es ist das zweite Projekt der 1998 gegründeten Genossenschaft. WohnSinn 2 bietet öffentlich geförderte Mietwohnungen, freifinanzierte Mietwohnungen und Wohnungen im Dauerwohnrecht an. Das Zusammenleben von einkommensschwachen Haushalten nach § 1 WoFG und Haushalten an der Schwelle zum Eigentum wird damit ermöglicht. WohnSinn 2 setzt auf Nachbarschaftshilfe und barrierefreies Wohnen, um möglichst lange eigenständiges Wohnen im Alter, bei Behinderung oder im Krankheitsfall zu ermöglichen. Grundlage für die Entwicklung der nachbarschaftlichen Beziehungen ist die Selbstorganisation der Bewohnerschaft unter dem Dach der Genossenschaft in je selbstverwalteten Planungs- und späteren Hausgemeinschaften. Weiterer Untersuchungsgegenstand ist das nachbarschaftliche MieterInnenprojekt WohnArt 3. WohnSinn eG in Kooperation mit der bauverein AG unterstützt ein Geschosswohnungsprojekt, in welchem Miet-, Sozial- und Eigentumswohnungen entstehen sollen.

Ziele

Das Modellvorhaben soll Erkenntnisse zu den Leistungen von Genossenschaften im Rahmen innovativer Finanzierungs- und Eigentumskonzepte liefern. Das eigentumsgleiche Dauerwohnrecht, Mieterdarlehen, kommunale und staatliche Förderung, Kreditfinanzierung durch gemeinwirtschaftlich orientierte Banken sowie die Auswirkungen des Wegfalls der Eigenheimzulage werden dargestellt. Weiterhin wird die besondere Attraktivität des generationenübergreifenden Wohnprojektes für einkommensstärkere und einkommensschwache Haushalte sowie deren Verbindung identifiziert und dargestellt. Das dritte Hauptziel des Projektes ist die Begleitung und Beschreibung des Aufbaus und der Sicherung einer Selbstverwaltungsstruktur, die zur Mitgliederbindung führt. Schließlich wird die Kooperation der Genossenschaft mit der bauverein AG im nachbarschaftlichen MieterInnenprojekt WohnArt 3 im Hinblick auf die Möglichkeiten als Impulsgeber zur Quartiersentwicklung untersucht.

Vorgehen

Die Beforschung des Modellvorhabens erfolgt in folgenden Arbeitsschritten bzw. Methoden:

  1. Bestandsaufnahme und Auswertung der gesetzlichen Grundlagen, der notwendigen Verträge, der Förderprogramme und der kommunalen Beschlüsse
  2. BewohnerInnen- bzw. Mitgliederbefragung zu ausgewählten Themen
  3. Teilnahme an zentralen Sitzungen, Treffen der Genossenschaft, der Hausgemeinschaft WohnSinn 2 bzw. der MieterInnengruppe WohnArt 3
  4. Expertengespräche mit zentralen Akteuren
  5. Einbindung in das und Austausch im ExWoSt-Vorhaben durch Teilnahme an den Projektwerkstätten, Evaluationsseminaren sowie Auftakt- und Abschlussveranstaltungen
  6. Dokumentation in zwei Zwischenberichten und einem Abschlussbericht.

 

Weitere Informationen

Projektinformation
Pressemeldung

Projektseite beim BBR

Bearbeitungszeitraum

Mai 2005 bis September 2006

Kontakt

Iris Behr
Tel. 06151 2904-40,
E-Mail i.behr(at)iwu(dot)de

Auftraggeberin

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung