SAVE@Work4Homes - Supporting European Housing Tenants in Optimising

Ausgangslage

Die privaten Haushalte sind nach Industrie und Verkehr die größten Verbraucher von Energie, wobei der Hauptanteil dieser Energie für die Raumwärmegewinnung aufgewendet wird. Angesichts dessen rückt der Wohngebäudesektor ins Zentrum von Bemühungen, die mit Blick auf den Klimaschutz langfristig die Reduzierung des Energieverbrauchs und des damit zusammenhängenden Ausstoßes von Emissionen (vor allem CO2) zum Ziel haben. Damit zeichnet sich ein weitgehender Handlungsbedarf ab, der bislang vor allem auf baulich-technische Verbesserungen in Form von energetischen Modernisierungen des Gebäudebestands und den Einsatz energiesparender Technologien abzielte. Aber auch die privaten Haushalte selbst können durch energiesparendes Verhalten zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen. Dazu sind jedoch Unterstützung und Aufklärung sowie Bereitschaft und Motivation notwendig. 

Ziele

Hauptziel des von der Europäischen Kommission geförderten Forschungsprojekts ist eine signifikante Reduzierung des Energieverbrauchs im Sozialwohnungsbestand. In dem Modellvorhaben sollen Mieterinnen und Mieter von sechs großen Wohnungsunternehmen in Nordirland, Frankreich und Deutschland befähigt werden, durch eine verbesserte Information (z. B. mit Hilfe von zu entwickelnden Feedbacksystemen) über ihre aktuellen Energieverbrauchsdaten und ihr Energieverbrauchsverhalten Kenntnis zu gewinnen, und darüber sowie mit Hilfe anderer psychologischer Interventionen (z. B. Verhaltens- und Energiespartipps) motiviert werden, die eigenen Energiesparmöglichkeiten wahrzunehmen und zu nutzen. Die verschiedenen Instrumente und Interventionen werden dabei begrifflich als "Energy Awareness Services" definiert. Auf der Grundlage einer umfassenden Evaluation der Wirkungen und messbaren Erfolge sollen dann Empfehlungen für andere Wohnungsunternehmen abgeleitet werden.

Vorgehen

Das Projekt gliedert sich in fünf Phasen: Die (1) Analyse der Anforderungen und Bedürfnisse sowohl der Mieterschaft als auch der Wohnungsunternehmen stellt die Basis für die Entwicklung von (2) prototypischen Energy Awareness Services dar, die den Mieterinnen und Mietern Informationen über ihr Energieverbrauchsverhalten liefern, Einsparpotenziale aufzeigen und subjektive Anreize zum Energiesparen schaffen sollen. In der (3) Einführungsphase werden der Mieterschaft die verschiedenen, den jeweiligen lokalen Gegebenheiten angepassten Designs und Komponenten der Energy Awareness Services sowie deren Funktionalität und Handhabung vermittelt und anschließend einer (4) umfänglichen Erprobung unterzogen, die nach Möglichkeit eine komplette Heizperiode umfassen sollte. Das Hauptaugenmerk des Projekts liegt auf der (5) Evaluation der verschiedenen, zum Einsatz kommenden Strategien und Technologien, die Aufschluss darüber bringen soll, ob die Mieterinnen und Mieter die angebotenen Feedback- und Aufklärungsinstrumente annehmen und akzeptieren und ob dies geeignete Mittel sind, den Energieverbrauch spürbar zu senken.

Im Rahmen des aus 12 Partnern bestehenden Konsortiums unterstützt das IWU eine Panel­untersuchung im Kontrollgruppendesign mit zwei Befragungszeitpunkten (vor und nach der Implementierung der Energy Awareness Services, Phase 1 und 5), welche die Ermittlung der Bedürfnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen der Mieterhaushalte sowie die Erfassung der Akzeptanz und des Verständnisses für die implementierten Instrumente der Energy Awareness Services zum Inhalt hat.        

Bearbeitungszeitraum
Januar 2007 bis 2009

Kontakt
Ulrike Hacke
Tel. 06151 2904-49,
E-Mail u.hacke(at)iwu(dot)de

Auftraggeber/Förderung
Europäische Kommission (Konsortialführer: empirica Bonn)

Weitere Informationen
Internetseite des Projekts
Ergebnisse einer Befragung von 2637 Mietern (in Englisch)

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