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18.11.2019

Zur Nachahmung empfohlen


Das sanierte Wohnhaus in der Darmstädter Lincoln-Siedlung wurde im August/September 2019 bezogen. (© IWU, Marc Großklos)

IWU stellt „PassivHausSozialPlus“ im sozialen Wohnungsbau bei der IHK Darmstadt vor

Vergleichbares wurde „so in Deutschland noch nie umgesetzt“, stellte IWU-Wissen­schaftler Marc Großklos im Oktober 2019 auf dem „Tag der Immobilienwirtschaft“ der IHK Darmstadt fest. Der Ingenieur der Energie- und Umweltschutztechnik hob in seinem Vortrag die deutlich reduzierten Nebenkosten der Wohnungen in Passiv­hausbauweise in der Darmstädter Lincoln-Siedlung hervor. Sie liegen im Durchschnitt bei circa 2,50 € pro m² Wohnfläche (inkl. Haushaltsstrom) und um rund 1,50 € unter dem Mittelwert für die Stadt Darmstadt im sozialen Wohnungsbau.

Das alte Kasernengebäude in Darmstadt vor der Modernisierung im Passivhausstandard. Der südliche Teil des Gebäuderiegels (re. i. Bild) wurde durch einen barrierefreien Neubau ersetzt.
(© IWU, Marc Großklos)

Die Reduktion wurde durch den Einsatz modernster Gebäudetechnik ermöglicht, wie z. B. Wärmedämmung, Grauwassernutzung und Photovoltaik. Zudem entwickelte das inter­disziplinäre Projektteam, unter Mitarbeit des IWU, ein spezielles Abrechnungsmodell: Fast alle Betriebskosten werden in einer Pauschale berechnet, die auch die Kosten für Heizung und Warmwassererwärmung enthält. Außerdem wurden für jede Wohnung separate Budgets für Wasser und Haushaltsstrom mit in die Pauschale aufgenommen. So bleibt den Bewohnern in der Regel eine unliebsame Nachzahlung erspart. Zumal bei drohender Überschreitung der veranschlagten Verbräuche eine Beratung durch den Bauherrn, die Neue Wohnraumhilfe Darmstadt, vorgesehen ist.

Darmstädter Projekt in mehrfacher Hinsicht beispielhaft

„Hier wird in Darmstadt attraktiver, kostengünstiger und klimaschonender Wohnraum im sozialen Wohnungsbau geschaffen“, betonte Marc Großklos. Die öffentliche Hand werde entlastet und Haushalte mit niedrigem Einkommen erhielten hochwertigen und bezahlbaren Wohnraum. Das Modell „PassivHausSozialPlus“, so der Wissenschaftler, empfehle sich zur Nachahmung in ganz Deutschland – nicht nur im Sozialwohnungsbau.

Das Darmstädter„PassivHausSozialPlus“ im Überblick

Eckdaten

  • energetische Sanierung eines Bestandsgebäudes und Neubau auf einer Konversionsfläche in der Darmstadt (ehem. Lincoln-Kaserne)
  • 42 Wohnungen für Personen mit Zugangsschwierigkeiten zum Wohnungsmarkt
  • 2 - 6 Zi-Whg., teilweise barrierefrei, 6 Whg. rollstuhlgerecht
  • ges. 3.235 m² Wohnfläche
  • Kaltmiete 6,50 €/m² Monat (inkl. Ausstattung)
  • Gesamtkosten ca. 10,3 Mio. €

Beteiligte

  • Bauherr: Neue Wohnraumhilfe gGmbH
  • Projektbeteiligte u. a.:
       faktor10 Gesellschaft für Siedlungs- und Hochbauplanung, Darmstadt
       Dörfer Grohnmeier Architekten, Darmstadt
       ibs Energie, Stromberg
       Ingenieurbüro Richter Elektrotechnik, Mainhausen
       Econvis Ingenieurbüro für Energiemanagement, Münster
       Ingenieurbüro Peter, Darmstadt sowie bauart Konstruktion, Darmstadt
       Ita Ingenieurgesellschaft für technische Akustik, Wiesbaden
       Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt
  • gefördert von:
       Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
       Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und
          Verbraucherschutz
      Wissenschaftsstadt Darmstadt
      Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / Projektträger Jülich
      KfW Bankengruppe

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