Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage integrierter Stadtteilentwicklungskonzepte

Ausgangslage: Bauliche, ökologische und soziale Herausforderungen

Angesichts des rasch fortschreitenden Kli­mawandels sowie langfristig steigen­der Energiepreise gehört die Energie­ein­spa­rung zu den zentralen politi­schen Zielen der Bundesregierung. Der Ge­bäu­debereich steht für 40 % des En­er­gieverbrauchs und für 20 % der CO2-Emissionen. Hier liegen erhebli­che En­er­­gieeinsparpotenziale. In­ves­ti­tionen in die energetische Sanierung des Gebäu­debestands dienen auch der Sicherung von Arbeitsplätzen, verbes­sern die Wohn- und Lebensbedin­gun­gen der Menschen und können zu­gleich den Be­langen der Stadtent­wicklung Rechnung tra­gen.

Dies gilt insbesondere für die ca. 2,4 Millionen Wohnungen in Großwohnsiedlungen der 50er bis 80er Jahre. Nicht selten sind sie städtebauliche Problemgebiete mit sozialen Span­nungen. Allerdings können hier professionelle Eigentümer schnell viel bewirken. Es ist des­halb sinnvoll, energetische Sanierung und Stadtentwicklung aufeinander abzustimmen.

Ziele: Energetische Sanierung mit Stadtteilentwicklung verknüpfen

Um die Eigentümer der Gebäude in Großwohnsiedlungen bei der Erstellung integrierter Konzepte zu unterstützen und die Sanierung zu beschleunigen, lobte das BMVBS am 20.01.2009 den Wettbewerb "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage integrierter Stadtteilentwicklungskonzepte" aus. Er wendete sich an Wohnungs­unternehmen, Eigentümergemeinschaften und Kooperationen mehrerer Partner und zielte auf nachhaltige und integrierte Gesamtkonzepte, die energetische, städtebauliche, wohnungswirtschaftliche und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigen.

Der Wettbewerb unterstützte die Teilnehmer finanziell bei der Erstellung dieser Konzepte. In Abhängigkeit vom Erfolg im Wettbewerb wurde für Prozess- und Planungskosten in der Umsetzungsphase eine zusätzliche zweckgebundene finanzielle Unterstützung gewährt.

Vorgehen: Der Wettbewerb

Die Wettbewerber konnten sich auf drei Regionalkonferenzen im April 2009 vertieft über die Herausforderungen der integrierten energetischen Sanierung informieren. Nach der Abgabe am 29.05.2009 wurden die Beiträge durch die Forschungsassistenz, das Institut Wohnen und Umwelt, ihre Partner sowie weitere externe Gutachter vorbewertet. Eine hochkarätig besetzte Jury wählte am 30.06.2009 die Gewinner aus. Am 15.07.2009 prämierten Bun­desminister Wolfgang Tiefensee, der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB) Dr. Franz-Georg Rips und der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) Lutz Freitag die 5 Gold-, 10 Silber- und 19 Bronze-Me­daillengewinner.

Inhalte und Ergebnisse des Wettbewerbs sind zum einen in einer Wanderausstellung aufbereitet. Sie kann beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung ausgeliehen werden. Der zugehörige Ausstellungskatalog steht als PDF-Download zur Verfügung.

Kontakt

Iris Behr
Tel.: 06151–2904-40
E-Mail: i.behr(at)iwu(dot)de

Bearbeitungszeitraum

2009

Auftraggeber

  • Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Partner

  • LuWoGe Consult GmbH
  • IFOK GmbH
  • Real Estate Consulting der Deloitte & Touche
  • Universität Kassel, Frau Prof. Dr. Iris Reuther
  • TU München, Prof. Dr. Gerhard Hausladen

Wettbewerb "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage integrierter Stadtteilentwicklungskonzept

Um die Sanierung zukunftsfähiger Großwohnsiedlungen zu beschleunigen hat Bundesminister Tiefensee am 20. Januar 2009 den Wettbewerb "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage integrierter Stadtteilentwicklungskonzepte" ausgelobt.

Ziel des Wettbewerbs

Der Wettbewerb soll für Großwohnsiedlungen den Auftakt zur Weiterentwicklung integrierter Stadtteilentwicklungskonzepte unter Einbeziehung energetischer Aspekte geben. Gleichzeitig werden Impulse für die weitere Umsetzung der Konzepte durch Investitionen sowie soziale Maßnahmen gesetzt. Bewerben können sich Wohnungsgesellschaften, Wohnungsgenossenschaften, Wohnungseigentümergemeinschaften oder Zusammenschlüsse einzelner Partner.

Wettbewerbsagentur

Das BBSR – Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung – hat daraufhin die Institut Wohnen und Umwelt GmbH beauftragt, als Wettbewerbsagentur bzw. Wettbewerbsassistenz

  • allen Bewerbern für Rückfragen telefonisch und per Mail zur Verfügung zu stehen,
  •  drei Regionalkonferenzen zur vertieften Information der Bewerber zu organisieren (diese haben vom 27.4. bis 29.4. in Leipzig, Hannover und Stuttgart stattgefunden),
  • eine strukturierte Vorbewertung der Wettbewerbsbeiträge durchzuführen und diese der hochrangig besetzten Jury vorzulegen sowie
  • die Ergebnisse für den Endbericht und eine Wanderausstellung aufzubereiten.

Unterstützt wird das IWU dabei von Ihrem Partner Luwoge Consult (luwoge-consult.com) sowie Prof. Dr. Rainer Dilcher, ehem. Fachochschule Frankfurt. Öffentlichkeitsarbeit und Konferenzorganisation managt das Institut für Organisationskommunikation (IFOK, www.ifok.de). Zur Betreuung der Teilnehmer und zur Absicherung der Vorbewertung sind zudem drei externe, vom BBSR benannte Gutachter eingebunden:

Bewerbungsschluss

Die ausgearbeiteten Wettbewerbsbeiträge sind bis zum 29. Mai 2009, 14 Uhr (Ausschlussfrist) bei der Institut Wohnen und Umwelt GmbH, Annastraße 15, 64285 Darmstadt 4-fach auf Papier und digital auf CD einzureichen. Nähere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte dem Auslobungstext des BMVBS sowie den auf den Regionalkonferenzen verteilten Hinweisen der Wettbewerbsagentur zur Konzepterstellung (Download unten auf dieser Seite).

Organisatorische oder fachliche Fragen zum Wettbewerb

Bewerber können das IWU elektronisch unter wettbewerbsagentur(at)iwu(dot)de oder telefonisch unter 06151-29 04 40 montags bis donnerstags zwischen 10-12 Uhr erreichen. Bei speziellen Fachfragen erfolgt eine Weitervermittlung an einen Experten der Wettbewerbsagentur oder der beteiligten externen Institute.

Fragebogen „Energetische Sanierung“

Um den Wettbewerbsteilnehmern die Beschreibung des energetischen Ausgangszustandes ihrer Gebäude und der Wirksamkeit energetischer Sanierungen zu erleichtern und gleichzeitig zu einer gewissen Standardisierung der Erfassung der energetischen Maßnahmen beizutragen, stellt das IWU unten auf dieser Seite den Fragebogen „Energetische Sanierung“ zum Download zur Verfügung. Bitte füllen Sie diesen Fragebogen für ein bis drei repräsentative Typgebäude im Konzeptgebiet handschriftlich aus und legen ihn der Bewerbung bei.

Entscheidung über den Zuschuss zur Konzepterstellung 

Die Entscheidung über die "Bewertungsfähigkeit" der Wettbewerbsbeiträge und der damit verbundene Finanzierungszuschuss erfolgt nach dem Fristablauf 29.05.09 durch die Wettbewerbsagentur in Zusammenarbeit mit dem BBSR. "Bewertungsfähige" Konzepte können dann mit einer Auszahlung der ersten 50% des Zuschusses durch die KfW bis Mitte Juni 2009 rechnen.

Entscheidung über die "zur Umsetzung empfohlenen Konzepte"

Diese Entscheidung, verbunden mit der Freigabe der weiteren 50% des Zuschusses zur Umsetzung des Konzeptes trifft die Jury am 30.06.09 in Berlin (Auch diese Auszahlung soll zeitnah erfolgen).

Entscheidung über die Preisträger

Ebenfalls am 30.06.09 entscheidet die Jury über die besten Konzepte, die mit Gold-, Silber- und Bronzepreisen ausgezeichnet werden.

Preisverleihung

Die Auszeichnung und Präsentation der prämierten Konzepte erfolgt im feierlichen Rahmen mit Herrn Minister Tiefensee bei der Abschlussveranstaltung am 15.07.2009 in Berlin. Hierzu werden alle Wettbewerbsteilnehmer von IFOK eingeladen werden.

Wanderausstellung mit den Preisträgern ab August 2009

Die prämierten Konzepte werden in einer Wanderausstellung einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Inhalte, Ausstellungskonzept und Herstellung der Plakate etc. werden IWU und IFOK zusammen mit den Preisträgern im August 2009 erarbeiten.

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