Weiterentwicklung der Lebenszykluskosten-Methodik

Ausgangslage

Vorschläge zur Reduzierung von Baukosten müssen unter anderem auch hinsichtlich ihrer Konsequenzen für die Lebenszykluskosten und die Wirtschaftlichkeit aus Sicht der jeweils betroffenen Akteure untersucht werden. Dies erfordert transparente und nachvollziehbare methodische Grundlagen, die sich an die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Ent­scheider anpassen lassen.

Ziele

Im Immobilienbereich kann bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung grundsätzlich zwischen einer Lebenszykluskostenrechnung oder einer wohnungswirtschaftlichen Investitions­rech­nung wie z. B. dem Vollständigen Finanzplan unterschieden werden. Das IWU hat beide Ansätze der Investitions­bewertung miteinander verglichen und Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Lebenszykluskosten-Methodik erarbeitet.

Vorgehen

Gegenstand des Forschungsprojektes war die Sichtung und wissenschaftliche Auswertung vorhandener Aussagen und Ergebnisse zu dem oben skizzierten Forschungsgegenstand. Es sollte keine neue Grundlagenforschung betrieben werden.

Das Projekt gliederte sich in zwei Arbeitspakte:

  • Das erste Arbeitspaket umfasste die Konkretisierung des Projektablaufs sowie die Entwicklung einer Grundlage für die Ermittlung und Festlegung wesentlicher Variablen der Lebenszykluskostenrechnung vor dem Hintergrund der besonderen Rahmenbedingungen in der Wohnungswirtschaft.
  • Das zweite Arbeitspaket umfasste die Entwicklung eines Vorschlags für eine systematische Lebenszykluskostenberechnung für neu zu errichtende Wohnbauten.

Ergebnisse

Zum Weiterentwicklungsbedarf der Lebenszykluskostenrechnung lassen sich folgende Aussagen festhalten:

  • Eine bessere Kompatibilität zwischen der Lebenszykluskostenrechnung und gängigen wohnungswirtschaftlichen Verfahren kann hergestellt werden, wenn die Lebenszyklus­kostenrechnung auch die Ertragsseite berücksichtigt und alle Zahlungsflüsse im Rah­men der Lebenszykluskostenrechnung vollständig und systematisch erfasst werden.
  • Die Wahl der Randbedingungen wie z. B. der Diskontrate und der Energiepreis­steigerungsrate kann Einfluss auf die Rang- und Reihenfolge von Varianten haben. Sensitivitätsanalysen sowie die Analyse von Auswirkungen für bestimmte Akteure werden daher empfohlen.
  • Eine einseitige Betrachtung von Baukosten kann zu Fehlentscheidungen führen. Sowohl Folgekosten als auch sonstige Folgewirkungen sind bei allen Formen der Wirtschaftlichkeitsberechnung in die Entscheidungsvorbereitung einzubeziehen.

Bearbeitungszeitraum

November 2014 - Juli 2015

Projektteam IWU

Dr. Andreas Enseling, Martin Vaché, Dr. Eberhard Hinz

Kontakt

Dr. Andreas Enseling
Tel.: 06151-2904-55
E-Mail: a.enseling(at)iwu(dot)de

Fördermittelgeber

  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Partner

  • Lehrstuhl Ökologie und Ökonomie des Wohungsbaus (ÖÖW)
    am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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