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Nichtwohngebäude-Studie: Ich mache mit!


Die Studie zum Bestand der Nichtwohngebäude in Deutschland geht in die Hauptphase der Erhebung. Ein Jahr intensiver Feldarbeit steht nun an. Bis zum Frühjahr 2019 sollen bis zu 10.000 Interviews geführt werden. Projektleiter Michael Hörner vom Darmstädter Institut Wohnen und Umwelt hofft, dass viele Eigentümer sagen: „Ich mache mit!“

Öffentliche und private Gebäude in Deutschland verursachen für Heizung, Warmwasser und Beleuchtung ca. 40 Prozent des Gesamt-Energieverbrauchs und stehen für fast 30 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes. Um die Energiewende auch im Gebäudesektor ins Werk setzen zu können und Klimaschutzziele zu erreichen, braucht die Politik belastbare Daten, diese fehlen aber insbesondere im Bereich der Nichtwohngebäude. Das Forschungskonsortium aus Institut Wohnen und Umwelt (IWU) als Verbundkoordinator, Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und Fachgebiet Ökonomie des Planens und Bauens (BUW-ÖPB) an der Bergischen Universität Wuppertal – hat deshalb das Projekt Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude (ENOB:dataNWG) konzipiert. Die Nichtwohngebäude-Studie ist das Kernstück des Projekts. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert ENOB:dataNWG mit Mitteln des 6. Energieforschungsprogramms.

Der Forschungsansatz ist innovativ: Durch die Fortschritte in der Geoinformatik stehen 3-D-Gebäudedaten aus ganz Deutschland als Auswahlgrundlage für eine repräsentative Stichprobe zur Verfügung. Eine klassische Stichprobenerhebung zu Struktur, energetischer Beschaffenheit und Dynamik des Bestands der Nichtwohngebäude wird erstmals möglich.

Vor einem Jahr begann die Pilotphase mit einem dreistufigen Erhebungskonzept: Screening, Breitenerhebung, Tiefenerhebung. Nicht alles hat sofort funktioniert, einige Hürden waren seit dem zu nehmen, Konzepte und Abläufe zu optimieren. Heute sagt Projektleiter Michael Hörner: „Es funktioniert!“

Etwa 40.000 Objekte wurden im Screening bereits besucht, das Ziel sind 100.000! Die Profis vom Marktforschungsinstitut IFAK nehmen nun Kontakt mit den Eigentümern der Gebäude auf. Je mehr Eigentümer an den Interviews teilnehmen, umso präziser kann auf die Grundgesamtheit geschlossen werden. Machen Sie also einfach mit, falls sich demnächst Interviewer von IFAK bei Ihnen melden. Die Teilnahme ist aber freiwillig.

Interessante Erkenntnisse über den Bestand der Nichtwohngebäude zeichnen sich schon als Ergebnis des Screenings ab: Quantitative Grundlagen einer Typologie der Nichtwohngebäude, ein Überblick über den Modernisierungszustand von 100.000 Gebäuden, differenziert nach Nutzungskategorien und Baualtersklassen und vieles mehr. Noch war keine Zeit, um die einlaufenden Daten gründlich auszuwerten. Natürlich werden noch viel mehr Erkenntnisse gewonnen werden können. Schließlich wollen wir an den Erkenntnisstand bei den Wohngebäuden anschließen und für den gesamten Gebäudebestand in Deutschland Aussagen zu Stand und Dynamik der energetischen Qualität  treffen können.

Die Ergebnisse werden am Ende des Projekts in der Forschungsdatenbank Nichtwohngebäude Akteuren in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur Verfügung stehen. Datenschutzbestimmungen werden selbstverständlich eingehalten, veröffentlicht werden nur zusammengefasste Befragungsergebnisse in Form von Tabellen und Diagrammen, so dass in keinem Fall direkte Rückschlüsse auf einzelne Gebäude, Betriebe oder Befragte möglich sind.

Mehr unter www.datanwg.de