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16.10.2019

Klimaschutzziele 2050 bei Wohngebäuden vorrangig durch Einsatz von Wärmeschutz, Wind-/Solarenergie und Wärmepumpen erreichbar


In zwei Berichten stellt das IWU die Forschungsergebnisse dar. (© IWU)

Wieviel kann die wetterabhängige Wind- und Solarenergie zur Deckung des Ener­giebedarfs der Wohngebäude beitragen? Welche weiteren Technologien werden für die Erreichung der Klimaschutzziele benö­tigt und werden daher für den zukünftigen Einsatz in der Praxis empfohlen? Diese und weitere Fragen standen im Zentrum der Studie Energieeffizienz und zu­künftige Energieversorgung im Wohn­gebäude­sek­tor: Analyse des zeitlichen Ausgleichs von Energieangebot und -nachfrage. Das Darmstädter Institut Wohnen und Umwelt hat dazu im Oktober 2019 zwei Berichte vorgelegt:

Der Endbericht Teil 1 befasst sich mit der Erreichung der Klimaschutzziele 2050 im Wohngebäudesektor. Aus den Unter­suchungen formulierten die Wissenschaftler fol­gendes Leitbild: Zusätzlich zu einer mög­lichst weitgehenden energetischen Modernisierung mit Wärmeschutzmaßnahmen müssen in der Wärmeversorgung die Solar- und vor allem auch die Windenergie möglichst konsequent eingesetzt werden. Um letztere nutzen zu können, kommt elektrischen Wärmepumpen eine entscheidende Rolle zu. Hierbei ist ein möglichst großer Ab­deckungsgrad im gesamten Gebäudesektor anzustreben. Bei dichter Bebauung können Nah- und Fernwärmesysteme das Erreichen der Klimaschutzziele erleichtern. Zukunfts­technologien wie etwa synthetische Brennstoffe müssen das Vorgehen ergänzen, müssen dafür aber zunächst marktfähig gemacht werden.

Der Endbericht Teil 2 behandelt zukunftsfähige Neubauten für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand. Die IWU-Experten verglichen existierende und neue Konzepte für Null-Emissions-Häuser miteinander und befanden: Ein sehr guter Wärmeschutzstandard der Gebäude – möglichst Passivhausniveau – ist eine zentrale Voraussetzung. Je besser der Wärmeschutz ausgeführt wird, desto größer ist die Auswahl bei den Wärme­ver­sorgungstechniken. Darüber hinaus ist eine möglichst weitgehende Nutzung der Dachflächen zur Solarenergieerzeugung anzustreben. Außerdem sollten Wärmespeicher für den tageszeitlichen Lastausgleich vorgesehen werden. Ein Brennstoffverbrauch im Sommer ist zu vermeiden.

Das vom IWU maßgebend durchgeführte Forschungsprojekt wurde vom Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Partner waren die Hochschule Darmstadt (Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik) und das Büro für Energiewirtschaft und technische Planung in Aachen.