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07.10.2021

Neue Untersuchungen zur Umsetzung des European Green Deal


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IWU-Beitrag in „The Inter­na­tional Spectator“

2019 hat die Europäische Kommission mit dem Euro­pean Green Deal (EGD) ein Konzept vor­ge­legt, um die europäische Klima-, Umwelt- und Nach­haltigkeitspolitik besser zu inte­grie­ren und voran­zu­treiben. Wie die EU-Mitgliedsstaaten im Rahmen des EGD einige der größten Herausforderungen un­serer Zeit gemeinsam angehen können und welche Faktoren dabei eine wichtige Rolle spielen, untersucht das u. a. von IWU-Mitarbeiter Jonas Schönefeld herausgegebene Sonderheft 56/2021: „Europe’s Transition to Sus­tain­ability: Actors, Approaches and Policies“ der wissenschaftlichen Zeitschrift „The Inter­na­tional Spectator“.

In seinem eigenen Beitrag zum Sonderheft analysiert Jonas Schönefeld zusammen mit Kai Schulze, Mikael Hildén und Andrew Jordan, ob die EU-Mitgliedsstaaten zwischen 2009 und 2019 Fortschritte bei ihren berichteten klimapolitischen Maßnahmen gemacht haben. Die Untersuchung zeigt, dass zwar mehr Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt wer­den, aber die berichteten durchschnittlich erwarteten Emissionsreduktionen pro Maß­nahme zurückgegangen sind.

Anzahl der Klimapolitikinstrumente in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (mit und ohne pro­jizierte Emissionsreduktionen)Quelle: The International Spectator 56 (2021) 3: p. 30.

Sowohl der Mix der eingesetzten Klimapolitikinstrumente, z. B. aus ökonomischen, regu­la­torischen und informationsbasierten Maßnahmen, als auch deren Verteilung auf unter­schiedliche Sektoren, wie bei­spiels­weise den Energiesektor, die Landwirtschaft oder Ge­bäu­de, bleibt dabei bemerkenswert konstant. Dabei ist bereits seit Längerem bekannt, dass Treibhausgasemissionsreduktionen in einigen Sektoren wie bei der Mobilität oder im Ge­bäudesektor vor großen Herausforderungen stehen. Daher argumentiert die Europäische Umweltagentur EUA, dass das aktuelle Instrumentarium nicht ausreicht,  um die selbst ge­steckten Ziele zu erreichen. Denn das langfristige Ziel der Klimaneutralität der Europäischen Union bis 2050 bedeutet, dass die Emissionen in allen Sektoren gesenkt oder zumindest ausgeglichen werden müssen.

Insgesamt zeichnet sich in den vergangenen Jahren also eher eine Kontinuität als ein Wandel im klimapolitischen Instrumentarium der EU ab. Dies steht im Widerspruch zu den ehrgeizigen Klimazielen der EU. Gleichzeitig können wichtige Veränderungen, wie bei­spiels­weise eine Neu-Kalibrierung bestehender Instrumente nur schlecht aus den be­ste­henden Monitoring-Daten abgelesen werden. Zusammenfassend besteht also nicht nur Nach­besserungsbedarf bei den Klimaschutzmaßnahmen, sondern auch bei deren Moni­toring.

Die Aufsätze des Journals können frei heruntergeladen werden: ➨ Download-Seite

KontakticonKontakt: Dr. Jonas Schönefeld